Sankt Augustin Mülldorf Wohnbereich Gebietscharakter und Ausgangslage Der Wohnbereich Ankerstraße hat eine relativ kurze Geschichte: Das Wohnquartier entstand
Mitte der 70er Jahre auf einer ehemals landwirtschaftlichen Fläche zwischen dem Rand der Ortsbebauung Sankt Augustin-Mülldorf und dem sich entwickelnden Gewerbegebiet Menden-Süd (Einsteinstraße). Die Geschosswohnbebauung in der
Ankerstraße bildet zwei hohe "Mauern" mit bis zu 13 Stockwerken. Daran schließt sich neuere und ältere kleinteilige Bebauung an, die in den ehemaligen Ortskern Mülldorfs übergeht. Rund 2.300 Menschen (etwa 1/3 der
gesamten Einwohner von Mülldorf) leben in diesem zum Teil hochverdichteten Wohngebiet. In der eigentlichen Ankerstraße leben rund 1550 Menschen. Das Stadtzentrum mit Rathaus und Einkaufszentrum ist nur knapp 2 km, eine Haltestelle
der Straßenbahnlinie 66 ist etwa 1 km entfernt. Die Autoverbindungen sind hervorragend, der Anschluss Sankt Augustin-Zentrum wird nach weniger als zwei Kilometern erreicht. Die Ankerstraße (nicht der gesamte Wohnbereich) ist eine
reine Anliegerstraße, durch die kein Durchgangsverkehr fließt. Der Wohnbereich Ankerstraße wird nach einem schmalen landwirtschaftlich genutzten Streifen durch die BAB A 560 begrenzt. Die dahinter liegende Siegaue ist über eine
Fußgängerbrücke erreichbar. Problemaufriss Der Wohnbereich Ankerstraße weist erhebliche Mängel in städtebaulicher Hinsicht auf und hat die mit Abstand höchste Quote beim Sozialhilfebezug im Stadtgebiet.
Ausgeprägte soziale und kulturelle Unterschiede kennzeichnen die Bewohnerstruktur. Das Wohngebiet ist seit vielen Jahren schlecht beleumundet. Insbesondere zwei der Häuser in der ersten Reihe gelten als ausgesprochen schlechte
Adressen. Städtebauliche Mängel:
Soziale Probleme
Ordnungspolitische Probleme
Die ursprünglich vorhandene Nahversorgung durch einen Supermarkt existiert nicht mehr. Stattdessen gibt es heute einen Drogerie- und einen Getränkemarkt. Zudem befindet sich zwischen den beiden Hochhäusern eine
Gaststätte und ein Imbiss. An öffentlichen Einrichtungen, ist eine Kindertagesstätte der AWO mit Plätzen für 90 Kinder und ein städt. Abenteuerspielplatz vorhanden. In Sichtweite, aber nicht mehr im Wohngebiet,
liegt eine weitere städt. Kita. Die zuständige Schule sowie alle anderen öffentlichen Einrichtungen liegen relativ weit entfernt. Zudem gibt es zwei öffentliche Spielplätze, einen Bolzplatz, eine alte, aber betriebsfähige Turnhalle
und einen Tennisplatz im Wohngebiet. Aufgrund der Straßenführung ist der Wohnbereich extrem abgeschlossen. Der Wohnbereich wird im Bericht über soziale Disparitäten, der 2002 von einem externen Büro erstellt wurde,
als der schwierigste in der Stadt bezeichnet mit einer äußerst brisanten sozialen Situation. Bisherige Entwicklung In den 90er Jahren wurden verschiedene Ansätze entwickelt, die zu einer Verbesserung der
Situation beitragen sollten. Im Rahmen der Erstellung eines Wohnumfeldverbesserungskonzeptes durch die Gruppe Freiraumplanung Hannover wurden zwar verschiedene Ansätze entwickelt, die jedoch, bis auf eine Ausnahme, nicht zur
Durchführung kamen. Lediglich die parallel begonnene Umgestaltung des städt. Spielhauses in einen Abenteuerspielplatz (Ankerplatz) wurde stufenweise abgeschlossen sowie der Bolzplatz am Schiffsweg um einen Kinderspielbereich
ergänzt. Der ASP Ankerplatz mit Spielhaus, Wasser-Matsch-Bereich, Kleintierzoo, Aktionshügel, Baubereich und der alle zwei Jahre für die Gesamtstadt stattfindenden Kinderstadt Die beiden öffentlichen Spielplätze wurden
aufgewertet. Eine Sozialberatung durch die Arbeiterwohlfahrt wurde nach einigen Jahren wieder eingestellt. Potenziale und Handlungsansätze Der Wohnbereich Ankerstraße hat zweifelsohne auch Potentiale, die
in der öffentlichen Diskussion nicht ausreichend wahrgenommen werden. Gerade erst hat der Rat einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zugestimmt, wonach im unmittelbaren Anschluss an die mehrgeschossige Bebauung der Ankerstraße
(allerdings dem niedrigeren Teil) 15 Einfamilienreihenhäuser entstehen werden. Folgende Potentiale werden gesehen:
Perspektiven Der Jugendhilfeausschuss des Rates der Stadt Sankt hat die Verwaltung beauftragt eine Quartierskonferenz in der Ankerstraße durchzuführen. Damit sollen
Die Sozialverwaltung wird im Vorfeld verschiedene Fachkonferenzen mit sozialen Diensten der Stadtverwaltung und freien Trägern etc. durchführen, um eine Vernetzung vorhandener Ressourcen zu erreichen. Darüber
hinaus ist eine Kooperation mit der Fachhochschule Düsseldorf zur Aktivierung der Bewohner/innen geplant. Die von der Arbeitsgruppe Soziales der AGENDA-21 begonnene Beratung in der Ankerstraße 19 wird ebenfalls
einen wertvollen Beitrag leisten. Den auch nach außen sichtbaren Auftakt bildet das Agendafest am 13. und 14. März 2004
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